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Drogenabhängigkeiten,
wie Alkohol, THC, etc. 


Was ist Drogenabhängigkeit? 

Auch wenn es auf den ersten Blick banal klingen mag Drogenabhängigkeiten erklären zu wollen, gibt es die ein oder andere Fehlwahrnehmung, die wir an dieser Stelle gerne korrigieren möchten. Denn auch die sogenannten legalen Drogen, namentlich Tabak und Alkohol, können Abhängigkeit erzeugen und werden zudem in ihrem Gefahrenpotential oftmals unterschätzt.


Mit Abstand am meisten Menschen sterben an den Folgen von Rauchen und danach kommt Alkohol als Nummer zwei in der Statistik. Alle illegalen Drogen zusammen erreichen nicht die Anzahl an Todesfällen, die durch Alkohol und erst recht nicht durch Rauchen erreicht werden. Abhängigkeit ist ein weiterer, gar nicht so einfach zu definierender Aspekt.


Es gibt psychische und bei den meisten Wirkstoffen auch eine körperliche Abhängigkeit, die bei plötzlicher Abstinenz zu zum Teil lebensbedrohlichen Entzugssymptomen führen können. Für die Beurteilung, ob es sich um ein therapeutisch zu behandelndes Konsumverhalten handelt, wird in der Regel die Frage gestellt, ob es sich um einen schädlichen Gebrauch handelt. 


Wie entsteht Drogenabhängigkeit? 

Alle psychischen Krankheiten entstehen aus drei wesentlichen Komponenten: 

  1. Biologische Komponenten:
    bspw. genetische Aspekte, wie bspw. Eltern mit Abhängigkeiten oder anderen psychischen Störungen.  
  2. Psychologische Komponenten:
    bspw. Selbstbewusstsein, Risikoneigung, Ängstlichkeit, etc.
  3. Soziale Komponenten:
    belastende Lebensumstände, aber auch Freundeskreise, Gewohnheiten im Umfeld, etc. 

Dies nennt man dann auch das biopsychosoziale Modell. Es entsteht eine Anfälligkeit/Verwundbarkeit - der Fachbegriff dafür ist Vulnerabilität - und die Krankheit kann auftreten. Ganz so, wie man anfälliger für eine Erkältung wird, wenn man sich im Winter nicht warm genug angezogen hat für einen Spaziergang. Abhängigkeiten entstehen vor allem da, wenn beim Konsum sehr positive Erlebnisse entstehen. Die Tragweite der Abhängigkeit hängt zudem unter anderem mit dem Zeitraum des Konsums, sowie auch mit dem Alter beim Erstkonsum zusammen.  


Was kann ich bei Drogenabhängigkeit selbst tun?

In diesem Bereich gibt es eine Vielzahl von Angeboten je nach Art der Sucht, die an dieser Stelle nicht alle aufgezählt werden können. Angebote wie Selbsthilfegruppen können in einer solchen Situation eine grosse Hilfe sein. Klar ist auch, dass der Bezug zu Menschen eine wichtige Rolle spielt. Der Bezug zu Menschen, die mich mit der Sucht weiter in Kontakt bringen, ist zu meiden. Der Bezug zu Menschen, bei denen dies nicht der Fall ist, hingegen aktiv zu suchen. Je mehr positive Alternativen Sie zur Flucht in den Rausch aufzubauen in der Lage sind, je grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dieses Problem in den Griff bekommen werden.  


Welche Hilfe kann ich mir holen?

Wenn Sie das Gefühl haben, so nicht weiter zu kommen, dann können Sie sowohl ambulante, wie auch stationäre Angebote in Anspruch nehmen. Wenn Sie noch mitten drinstecken, kann auch eine stationäre Entgiftung notwendig sein. Je tiefer Sie drinstecken und je näher die Sucht an Ihrem Umfeld zu Hause ist, je eher sollten Sie sich für ein stationäres Angebot entscheiden. Auf Wunsch helfen wir Ihnen aber gerne bei der Auswahl und entscheiden mit Ihnen zusammen, welcher Weg der richtige für Sie sein könnte. Medikamentös gibt es einige wenige Hilfsmittel, die zum Einsatz kommen können.


So gibt es für einige Substanzen Substitute, wie bspw. Methadon für Heroin, es gibt Medikamente, die das Verlangen (Craving) mildern können und für Alkohol gibt es Medikamente, die den Konsum von Alkohol schwer erträglich machen. Alle und insbesondere die letzte Gruppe von Medikamenten können aber nur in enger Zusammenarbeit mit einem Psychiater zum Einsatz kommen. 


Was können Freunde oder Angehörige tun?

In der Gesellschaft ist über Jahre die Vorstellung gestärkt worden, dass Konsum bestraft werden muss, dass es keine Rückfälle geben darf und dass das Ziel totale Abstinenz sein müsse. All dies waren einmal wesentliche Prinzipien der Therapie, die aber alle so heute nicht mehr gelten. So kann kontrollierter Konsum durchaus zu einem erreichbaren Therapieziel werden, sind Rückfälle während der Therapie eher die Regel, denn die Ausnahme und der Entzug von sozialen Beziehungen als Strafe für den Konsum ein Vorgehen, was die Situation verschlimmert und nicht verbessert.


Denn wenn der Konsum länger andauert, ersetzt er oftmals die sozialen Beziehungen und fühlt sich in Folge an, als sei er der einzige Ausweg. Zudem sind Rückfälle oftmals auch mit Scham behaftet, es wieder nicht geschafft zu haben und führen zum Rückzug durch die betroffenen selbst. Als Angehöriger oder Freund sollten Sie beharrlich weiter zeigen, dass Sie den Menschen schätzen, der an einer Krankheit leidet. Dass Sie mit ihm oder ihr Dinge unternehmen wollen und das eben nur in den Momenten nicht geht, wo die Droge dazwischenkommt.


Also nicht abwenden, wenn Sie es selbst aushalten können, sondern stützend und wohlwollend zur Seite stehen und vor allem Perspektiven aufzeigen neben dem Rausch und der Droge. Und insbesondere in der akuten Phase im Umfeld des Betroffenen keinesfalls selber konsumieren, auch und gerade bei legalen Drogen. 

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